Der Gemeindepräsident Philippe Tobler wird aus beruflichen Gründen per 30. Juni 2026 sein Amt niederlegen und aus dem Gemeinderat austreten. Während neun Jahren, davon acht Jahre als Gemeindepräsident, hat Philippe Tobler den Gemeinderat und die Gemeinde Oberhofen am Thunersee wesentlich und nachhaltig geprägt. Künftig wird sich sein beruflicher Mittelpunkt im Tessin befinden, was ein weiteres Engagement als Gemeindepräsident verunmöglicht.
Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung bedauern seinen Rücktritt ausserordentlich, haben jedoch Verständnis für seinen Entscheid. Sie danken Philippe Tobler bereits heute herzlich für seinen langjährigen, aussergewöhnlichen und von grosser persönlicher Hingabe getragenen Einsatz zugunsten der Gemeinde Oberhofen am Thunersee.
Das Verfahren für die Ersatzwahl richtet sich nach den anwendbaren gesetzlichen Grundlagen und dem kommunalen Wahlrecht. Da das Gemeindepräsidium im Majorzverfahren gewählt wird, erfolgt die Ersatzwahl an der Urnengemeinde. Der Gemeinderat wird die notwendigen Schritte einleiten und zu gegebener Zeit über das weitere Vorgehen informieren.
Für Auskünfte steht Ihnen der Gemeindepräsident, Philippe Tobler, unter der Nummer
079 246 92 00 zur Verfügung.
Ergänzend zu seinem Abschiedsvideo, richtet Philippe Tobler einige persönliche Worte an die Gemeinde und seine Weggefährtinnen und Weggefährten:
Liebe Oberhofnerinnen und Oberhofner, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Neun Jahre im Gemeinderat, davon acht Jahre als Gemeindepräsident. Wenn man das so schreibt, klingt es fast ein bisschen trocken. In Wirklichkeit steckt darin aber ein gutes Stück Leben. Viele Sitzungen, viele Gespräche, viele Entscheidungen. Manchmal einfache, manchmal schwierige und manchmal solche, bei denen man am nächsten Morgen nochmals darüber nachdenken musste.
Gemeindepolitik ist eine besondere Aufgabe. Sie spielt sich nicht irgendwo weit weg ab, sondern direkt vor der eigenen Haustüre. Man begegnet den Menschen im Dorfladen, am See, beim Spaziergang oder an der Gemeindeversammlung. Man hört Lob, man hört Kritik und manchmal auch beides gleichzeitig. Genau das macht eine lebendige Gemeinde aus.
In diesen Jahren durften wir gemeinsam einiges bewegen. Das Schulhaus wurde neu gebaut, die Verwaltung neu ausgerichtet und auch der Werkhof modernisiert. Projekte, die man nicht jeden Tag sieht, die aber für die Zukunft einer Gemeinde entscheidend sind. Dazu kamen weitere Vorhaben wie das Wasserreservoir oder die Verbindungsleitung mit der Gemeinde Sigriswil, die wir auf den Weg bringen konnten.
Wer einmal einen Blick hinter die Kulissen wirft, merkt schnell, dass Gemeindearbeit selten aus grossen Momenten besteht. Viel häufiger geht es um Baugesuche, Budgetzahlen, Sitzungen bis spät am Abend, Parkplatzfragen, Strassenlampen oder darum, wo der nächste Hundesäckli Spender stehen soll. Manchmal auch um Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie überhaupt ein Thema sein können. Aber genau aus diesen vielen kleinen Puzzleteilen entsteht am Ende eine funktionierende Gemeinde.
Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines mit Stolz: unsere Gemeindeverwaltung. Die Mitarbeitenden leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit. Oft im Hintergrund, oft mit grosser Geduld und immer mit viel Engagement für die Gemeinde. Sie tragen eine enorme Verantwortung und sorgen dafür, dass die Räder im Alltag zuverlässig drehen. Dafür gebührt ihnen grosser Dank und grosse Anerkennung.
Auch der Gemeinderat verdient ein herzliches Wort. Wir haben in den vergangenen Jahren engagiert zusammengearbeitet, manchmal gerungen, oft diskutiert und am Ende doch immer gemeinsam nach Lösungen gesucht. Nicht immer waren wir gleicher Meinung, aber wir hatten immer das gleiche Ziel vor Augen: das Beste für Oberhofen.
Besonders freut mich, dass unsere Finanzen heute gesund sind, der Gemeinderat handlungsfähig ist und die Verwaltung in hervorragender Form arbeitet. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Dahinter steckt viel Einsatz von vielen Menschen.
Für mich ist nun der Moment gekommen, Abschied zu nehmen. Aus beruflichen Gründen werde ich mein Amt auf Ende Juni 2026 abgeben. Und ich gebe offen zu: Ganz leicht fällt mir das nicht. Wer so viele Jahre mit Herzblut für seine Gemeinde gearbeitet hat, lässt ein Stück davon hier zurück.
Bis zu diesem Zeitpunkt werde ich mich jedoch weiterhin mit voller Überzeugung einsetzen, das Ruder in der Hand behalten und die Geschicke unserer Gemeinde bis zum 30. Juni verantwortungsvoll weiterführen.
Oberhofen ist mehr als einfach ein schöner Ort am Thunersee. Es ist eine lebendige Gemeinde mit Menschen, die anpacken, mitdenken und sich engagieren. Genau das macht diesen Ort so besonders.
Mein Dank gilt deshalb allen, die hinter der Verwaltung und dem Gemeinderat stehen: den Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung, dem Werkhof, meinen Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat und natürlich der Bevölkerung. Ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen.
Ein Dank geht auch an die Kritikerinnen und Kritiker. Sie sorgen dafür, dass wir uns erklären müssen, dass wir Dinge nochmals überdenken und dass wir wach bleiben. Auch das gehört zu einer lebendigen Demokratie.
Und allen, die sich durch unsere Arbeit nicht vertreten gefühlt haben, möchte ich sagen: Die Türen der Politik stehen offen. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Wer überzeugt ist, es besser machen zu können, ist herzlich eingeladen, Verantwortung zu übernehmen. Unsere Demokratie lebt genau davon.
Zum Schluss bleibt mir, euch allen nochmals herzlich Danke zu sagen. Ich verabschiede mich nicht mit einem Adieu, sondern mit einem Auf Wiedersehen. Es würde mich freuen, auch über meinen letzten Arbeitstag hinaus mit dem einen oder anderen von euch in Kontakt zu bleiben.
Herzlichen Dank und machets guet.