Ein Jahr Notunterkunft Oberhofen - ein Dankesbrief

Ein Jahr Notunterkunft Oberhofen - ein Dankesbrief

25
November
2016

Ein Jahr Notunterkunft Oberhofen - ein Dankesbrief

Autor: Gemeindeverwaltung Oberhofen


Am 9. November 2016 jährte sich die Eröffnung der Notunterkunft Oberhofen. In einem Jahr fanden über 70 Personen aus 14 verschiedenen Ländern Unterkunft in Oberhofen. Ihnen war eines gemeinsam: Eine nicht immer einfache Vergangenheit. Das Betreuerteam der Notunterkunft Oberhofen dankt in einem offenen Brief allen Beteiligten und Mittragenden.

Liebe Freiwillige, Helferinnen und Helfer,

Seit Beginn wurde das Team vom NUK Oberhofen von zahlreichen Freiwilligen aus Oberhofen und Umgebung unterstützt. Dank Ihnen hatten die Leute Gelegenheit während fünf Tagen in der Woche einen Deutschkurs zu besuchen. Die meisten können sich mittlerweile in Deutsch verständigen, was ihnen im Alltag sehr zu Gute kommt. Mit grosser Freude wurde festgestellt, wie engagiert sie Deutsch lernen, obwohl dies für einige sehr schwierig ist, da sie nur eine beschränkte Schulbildung aufweisen und keine Kenntnisse in Englisch oder Französisch vorhanden sind. Die Mithilfe jener Flüchtlinge mit hoher Schulbildung und guten Englisch- oder Französischkenntnissen ist jedoch sehr nützlich, um überhaupt eine Verständigung mit den Asylsuchenden aufzubauen. Ebenfalls mit Hilfe Freiwilliger wird jeden Donnerstagmorgen ein Turnen in der Turnhalle Hünibach angeboten.

Während des vergangenen Sommers haben die Asylsuchenden für die Gemeinde Oberhofen rund 1500 Mannstunden geleistet. Dabei wurden Waldwege saniert, Treppen und Schulhausplätze sowie Bushaltestellen regelmässig gereinigt. Auf der Seebühne in Thun wurden gar rund 2700 Mannstunden mit allgemeinen Arbeiten geleistet. Zwei Asylsuchende haben während dieser Zeit mit Erfolg auf ihrem im Iran resp. in Syrien erlernten Beruf als Schneider gearbeitet. Neben diesen regelmässigen Tätigkeiten wurden einige Wanderungen und andere Freizeitaktivitäten unternommen. Dank grosszügigen Spendengeldern wurde ein Ausflug auf das Stockhorn möglich, was die dankbaren Leute sehr beeindruckte und sie für einen Tag ihre nicht immer einfachen Vergangenheit vergessen liess. Auch eine Schifffahrt oder der Besuch von einem Zirkus bot willkommene Abwechslung. Dank grosszügigem Entgegenkommen vom Schloss Oberhofen durften unsere Leute an verschiedenen angebotenen Aktivitäten gratis teilnehmen. Doch auch ein Besuch der Kehricht-verbrennungsanlage in Thun gehörte zum Programm, um die Leute für das Recycling zu sensibilisieren.

Die meisten Asylsuchenden haben Oberhofen mittlerweile wieder verlassen, sei es, dass sie als Dublin Fall zurückgeschickt wurden oder dass sie nun in einer Wohnung in der Umgebung von Thun Unterschlupf gefunden haben. Mit vielen dieser Flüchtlinge haben die Freiwilligen und das Team vom NUK Oberhofen eine enge Beziehung aufgebaut. Daraus ist ein oft ein freundschaftliches Verhältnis ist entstanden. Viele interessante Kontakte mit den Asylsuchenden konnten ausgebaut werden. Oft erhielten man Kenntnis von schweren Schicksalsschlägen wie zb jenem vom einen Asylsuchenden, welcher auf der Überfahrt von Lybien nach Italien seine Frau und zwei Kinder im sinkenden Boot verlor. Freiwillige und das NUK Team haben versucht in diversen Gesprächen allen so gut als möglich zur Seite zu stehen. Die gegenseitige Hilfe der Flüchtlinge ist sehr nützlich, um überhaupt eine Verständigung mit den Asylsuchenden aufzubauen. Die Trennung und der Weggang waren auf beiden Seiten oft sehr schwer. In den letzten Wochen sind neue Asylsuchende im NUK eingetroffen. Zurzeit leben 21 junge Burschen im NUK Oberhofen. Im August 2016 hat die Gemeinde einer möglichen Aufstockung der Asylsuchenden auf 50 Personen zugestimmt. Bisher wurde jedoch die volle Auslastung nie erreicht. Der Zuzug neuer Asylsuchender in den letzten Wochen ist für die freiwilligen Deutschlehrer eine neue Herausforderung, da das Spektrum der Sprachkenntnisse sehr unterschiedlich ist, vom Analphabeten bis zum ausgebildeten Arzt.

Allgemeine Infos NUK-Oberhofen: Deutschlehrer/in
Wer Interesse hat, sich am Deutschunterricht zu beteiligen, soll sich bitte bei Dora Grunder (Tel: 033 243 08 02; E-Mail: grunder.dora@hispeed.ch) melden.


Treffpunkt Lokalbevölkerung – Asylsuchende
Turmhaus, Schoren 13, Oberhofen Mittwoch und Samstagnachmittag 14.00 – 16.30

Sport Turnhalle Hünibach
Nach der Sommerpause hat Kyanoush Tehrani wieder den Sportunterricht für die Asylsuchenden in der Turnhalle in Hünibach aufgenommen. Für den Transport vom NUK zur Turnhalle und zurück werden jeweils am Donnerstagmorgen immer freiwillige Autofahrer gesucht.  Falls Ihr jemanden kennt, welche/r auch gerne als Freiwilliger im NUK-Oberhofen mithelfen möchte, kann er/sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

Spenden
Folgende Sachen sucht das NUK zurzeit: Winter- und Turnschuhe Grösse 40 – 45 / Trainer und Kleider zum Turnen / T-Shirts S-L / Handschuhe / Halstücher / Lange Winterhosen S – M / 1 Nähmaschine.
Diese können rund um die Uhr im NUK abgegeben werden.


An dieser Stelle möchte sich das Team vom NUK-Oberhofen ganz herzlich bei den Freiwilligen für Ihre tatkräftige Mitarbeit bedanken. Speziell bedanken möchten wir uns bei den freiwilligen Deutschlehrern/innen, welche viel dazu beigetragen haben, dass sich nun etliche Flüchtlinge in Deutsch verständigen können. Danke sagen möchten wir aber auch der Gemeinde Oberhofen, dem Wegmeister und nicht zuletzt dem Schloss Oberhofen, welche alle dazu beitrugen, dass unsere Flüchtlinge zumindest teilweise ihre nicht immer einfache oft belastende Vergangenheit für einen kurzen Moment vergessen konnten.

Mit freundlichen Grüssen

Das Team vom NUK-Oberhofen 

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